In Distanz

Nie ist die Wirklichkeit wirklicher als beim Blick durch den Sucher. Ein Objektiv ist emotionslos. Es zeigt einfach nur, was ist.

Sobald die objektive Abbildung auf die menschliche Wahrnehmung stößt, beginnt der Prozess des Persönlichen. In dem Moment, in dem ich auf den Auslöser drücke, treffe ich eine Entscheidung. Dann wird meine Kamera für mich meine Droge und meine Muse, das Werkzeug, das mich von einer entschiedenen Sicht zur nächsten bewegt.

Ich habe mich nicht den schönen Szenerien verschrieben. In der Regel  befasse ich mich mit dem Umfeld, in dem die Menschen leben und werden, wie sie sind. Ich mag das Sinnentleerte, Zurückgebliebene, halb Vergessene. Es sind Zeugnisse eines dialektischen Prozesses, dem zu folgen sich die Menschen verschrieben haben.
Oft wirft das Areal, in dem etwas statt findet, ein klareres Licht auf das eigentliche Geschehen, als der polierte Inhalt. Deshalb sehe ich immer gerne über den Rand der Ideale, und zeige sie als Ganzheit anhand ihrer Ruinen.

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